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Wem gehört KI-Kunst? Das Urheberrecht

  • Autorenbild: Robert
    Robert
  • 13. Apr. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Urheberrecht, Lizenzen und die Grauzonen der künstlichen Kreativität

Die Welt der Kunst verändert sich rasant – nicht zuletzt durch den Einsatz künstlicher Intelligenz. Plattformen wie Midjourney, DALL·E oder Stable Diffusion ermöglichen es heute jeder Person, mit nur wenigen Textzeilen atemberaubende Bilder zu erschaffen. Doch mit der neuen Freiheit taucht auch eine zentrale Frage auf: Wem gehört eigentlich ein KI-generiertes Bild? Und was bedeutet das für Urheberrechte, Lizenzen und die rechtliche Nutzung dieser Werke?


Was ist KI-Kunst überhaupt?

KI-Kunst bezeichnet Bilder oder andere kreative Werke, die mithilfe von künstlicher Intelligenz erstellt werden. In der Regel erfolgt dies über sogenannte Text-to-Image-Generatoren, bei denen eine KI auf Basis eines Prompts (z. B. „Ein futuristischer Samurai in einer Cyberpunk-Stadt“) ein Bild erzeugt.

Diese KI-Modelle wurden zuvor mit Millionen von Bildern trainiert – oft ohne Zustimmung der ursprünglichen Urheber:innen. Genau hier beginnt das rechtliche Spannungsfeld.


2 Gesichert


Urheberrecht: Mensch vs. Maschine

  1. Kann eine KI ein „Urheber“ sein?

In den meisten Ländern – darunter Deutschland, die EU und die USA – ist Urheberschaft an eine natürliche Person gebunden. Das bedeutet:

Eine KI kann rechtlich gesehen kein Urheber eines Werkes sein.

Auch wenn ein KI-Bild beeindruckend kreativ wirkt, fehlt der menschliche Schöpfungsakt im klassischen Sinne – also die „eigenschöpferische Leistung“, wie es juristisch heißt.


  1. Gehört das Werk dann dem Nutzer?

Das ist nicht automatisch der Fall. Es hängt stark davon ab, welches Tool du nutzt und was in den Nutzungsbedingungen steht:

  • DALL·E (OpenAI): Du darfst die erstellten Bilder kommerziell nutzen, aber OpenAI behält sich einige Rechte vor.

  • Midjourney: Bietet bei kostenpflichtigen Accounts die kommerzielle Nutzung an – bei Free-Tiers darfst du die Werke oft nicht einfach verkaufen.

  • Stable Diffusion (Open Source): Wenn du es lokal betreibst, ist die Lage flexibler – doch auch hier können Fragen der Datenquelle aufkommen.


Lizenzen: Wer darf was?

Je nach Plattform und Lizenzmodell ergeben sich unterschiedliche Nutzungsrechte:

Plattform

Eigentum am Bild

Kommerzielle Nutzung erlaubt?

Besonderheiten

Midjourney

Ja (bei bezahltem Plan)

Bilder werden öffentlich geteilt

DALL·E

Eingeschränkte Lizenz

OpenAI kann Rechte ändern

Stable Diffusion

Nutzerabhängig

Eigenes Modell? Mehr Kontrolle

Canva AI

Eingeschränkt

❌ / eingeschränkt

Nutzung oft nur innerhalb der Plattform

Wichtig: Nutzungsbedingungen können sich jederzeit ändern – also immer die AGB prüfen!


Grauzonen: KI und urheberrechtlich geschütztes Training

Ein heiß diskutiertes Thema ist das Training von KI-Modellen mit urheberrechtlich geschützten Bildern – oft ohne Wissen oder Zustimmung der Künstler:innen.

Beispielhafte Streitfälle:

  • Getty Images hat Stability AI (Stable Diffusion) verklagt, weil ihre Bilder ohne Lizenz zum Training genutzt wurden.

  • In den USA und UK laufen mehrere Sammelklagen von Künstler:innen gegen KI-Entwickler.

Auch wenn die KI keine Originalwerke kopiert, bleibt die Frage:

Darf man aus Millionen Kunstwerken lernen, ohne deren Urheber zu fragen?

Rechtlich ist das (noch) ein Graubereich – ethisch sehen viele Kreative darin eine Form von „kreativem Diebstahl“.


Was bedeutet das für dich als Nutzer:in?

Wenn du KI-Bilder erstellen und nutzen möchtest, solltest du:

  1. Die Nutzungsbedingungen genau lesen→ Besonders bei kommerzieller Nutzung.

  2. Dein eigenes Prompt-Engineering einbringen→ Je mehr du steuerst, desto eher kannst du urheberrechtlich relevante Beiträge liefern.

  3. Transparenz wahren→ Kennzeichne KI-generierte Kunst z. B. als solche – besonders bei professionellen oder öffentlichen Projekten.

  4. Rechtsberatung einholen, wenn du unsicher bist – z. B. bei der Nutzung in Werbung, auf Produkten oder in Ausstellungen.


Fazit: Zwischen Innovation und Unsicherheit

KI-Kunst ist ein faszinierendes Feld – voller Möglichkeiten, aber auch rechtlicher und ethischer Herausforderungen. Aktuell fehlen weltweit einheitliche Regelungen. Gerichte, Gesetzgeber und Plattformbetreiber stehen vor der Aufgabe, neue Regeln für eine neue Kunstform zu schaffen.

Bis dahin gilt: Nutze KI bewusst, kreativ und respektvoll – und bleib up to date, denn die rechtliche Lage entwickelt sich ständig weiter.


Was denkst du? Sollte KI-Kunst urheberrechtlich geschützt sein – und wenn ja, wem gehört sie?


Schreib’s in die Kommentare oder teile deine Meinung auf Social Media!

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